Archive for the ‘bis Iran’ Category


Das fängt ja gut an: Reise schon beendet …

Thursday, January 1st, 2009

dachte ich, als auf einen Pass abwärts in Ostanatolien kurz vor Erzurum einen LKW nach links rutschte und ich nach noch weiter links ausweichen mußte. Der Lkw-Fahrer hatte bei verschneiter glatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Gefährt verloren und ruschte in einer Linkskkurve zur Fahrbahnmitte und ich in den Begrenzungsgraben zur anderen Straßenseite. Nach wilden Lenkmanövern ging es im Graben erst mal einen halben Meter nach unten und auf der anderen Fahrbahnseite wieder hoch. Es krachte bedenklich am Auto. Da Stand ich nun, falsch herum zur Fahrtrichtung. Die ersten Autos und LKW´s mit Lichthupe und Hupe an mir vorbei (und ich dachte noch: ein Geisterfahrer, von wegen, hunderte ;-)

Bei dem Versuch wieder auf meine Seite zu kommen, blieb ich dann allerdings im Straßengraben erst mal ganz hängen. Mir fehlte der Schwung vom Ausweichen ;-) Die Räder der Beifahrerseite waren schon auf der verschneiten Straße, die beiden anderen Räder noch im Graben. Das Auto hatte gefährliche Schieflage. Nach zwei oder drei vergeblichen Versuchen, mich aus dieser misslichen Lage zu befreien, merkte ich, daß der Wagen sich noch tiefer in den Schnee eingrub. Zurück ging es nicht, dafür war es zu steil und die Raeder drehten durch.

Mit Mühe konnte ich die Fahrertüre öffnen, mir zitterten die Beine vor Aufregung. Von den vorher mühsam überholten Lkw´s hielt natürlich keiner an und der Verursacher war auch einfach weiter gefahren. Was tun?! Nach bangen Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, hatte ich einen Geistesblitz, stellte erst mal die Freilaufnarben an den Rädnern um und im Auto auf Vierradantrieb mit niedriger Übersetzung. Nach einigen Versuchen kam ich dann endlich frei, dann erst mal langsam an die rechte Seite der Straße und schauen, ob was kaputt ging. Aber anscheinend hatte ich alle Schutzengel und Glücksbringer die ich mitnehmen mußte, bis auf das äußerste strapaziert, denn es war nichts zu erkennen. Also vorsichtig weiter und auf jedes Geräusch achtend zum nächsten Nachtquartier an einer Tankstelle (siehe Foto in der Gallerie).

Das war am Abend des dritten Tages. Eigentlich wollte ich noch bis an die iranische Grenze, aber Schnee und Eis ab Ankara verhinderten dies. Die 1200 km ab Ankara durch Ostanatolien waren durchgehend verschneit und vereist. Wahrscheinlich war mein Auto auch das einzige auf der Strecke, das keine Winterreifen und/oder Ketten am Auto hatte. Mein Auto machte es wie die Hummeln, die auf Grund ihres Gewichts und Größe im Verhältnis zu ihren Flügeln eigentlich nicht fliegen können. Es fuhr erstaunlich gut, nur der Bremsweg war laaaaaaaaange! (Mama/Papa, das ist alles halb so schlimm wie es sich anhört, ehrlich!)

 

In den letzten Tagen hatte ich hinter dem Steuer viel Zeit, mir dann auch schon die Überschrift für diesen Blog zu überlegen. Eine wäre gewesen: In drei Tagen von Nürnberg in den Iran. Zur iranischen Grenze sind es 3770 km, doch durch meinen Ausflug in den Graben hab ich nach 14 Std. Fahrt die letzten 300 km sein lassen und nach Erzurum an einer Tankstelle im Auto geschlafen. So war ich erst am Morgen des vierten Tages an der Grenze zum Iran.

 

Die andere Überschrift die in die engere Auswahl kam, war die Nacht bei Erzurum. Mein Außenthermometer zeigte minus 21 Grad Celsius an. Meine Standheizung hat sich in den ersten vier Nächten schon ihre “Daseinsberechtigung” erarbeitet und ich bin froh, daß ich mich gegen all die kritschen Stimmen für eine Heizung entschieden habe.

 
Sonstige besondere Vorkommnisse / erste Eindrücke:

 

- Mein linker Blinker am Auto, der aus irgeneinen Grund ab Österreich nicht mehr ging, funktionierte nach dem Ausflug in den Graben wieder tatelos … was soll ich dazu sagen! Dafür war es der Standheizungsanzeige zu kalt. Nach der kalten Nacht zickte die Anzeige und Abschalten ging auch nicht mehr. Sie wollte einfach gegen die Käle weiter kämpfen … also Sicherung ziehen und neu starten.

 
- Frechheit, die Autobahngebühren von Tabriz nach Teheran waren genau so teuer wie 135 Liter Diesel beim Tanken auf der Strecke: knapp 3 Euro!

 
- Beim Versuch eine Iranische SIM-Karte zu kaufen, kam ich nicht unter einer Stunde Unterhaltung bei Tee und Kaffee mit der halben Verkaufsmannschaft wieder aus dem Laden.

 
- Anscheinend fällt der Toyota ziemlich auf, überall kucken mir die Menschen mit großen Augen hinterher, oft winken sie freundlich. Streng schauende Polizisten grüßen freundlich, die Autobahnpolizei will mir den Weg zeigen, obwohl ich nicht nach dem Weg gefragt habe …

 

 

- Atemberaubende Landschaften in Ostanatolien … zumindest die kurzen Augenblicke, in denen das Schneetreiben und der Nebel kurz Pause machten und die Landschaften erkennbar waren.

 

 

Hier die Bilder zum Blog:

http://www.cullmann.me/nggallery/page-11/album-1/gallery-30/

 

und

http://www.cullmann.me/nggallery/page-11/album-1/gallery-31/

 

 

 

 
Ich wünsche allen fleißigen Lesern alles Gute für das Jahr 2009

 

Euer Jens Cullmann

 

 

Vielen Dank fuer die vielen Zuschriften und Eintraege hier. Leider kann ich aus Zeitgruenden noch nicht jeden einzelnen antworten, wird aber bei Gelegenheit nachgeholt.

Jetzt geht es los!

Thursday, December 4th, 2008

Die Wochen, Tage und Stunden der Vorbereitung haben nun so langsam ein Ende. Nicht zu glauben, doch in ein paar Tagen soll es nun endlich los gehen. Und wann genau, das bestimmen die Botschaften einiger Länder, auf deren Visa ich leider noch warte.

 

Ich möchte mich noch einmal bei all denen bedanken, die mir mit Rat und Tat geholfen haben. Jeden Einzelnen zu nennen, würde sicherlich den Rahmen sprengen. Angefangen  mit den “Autoschraubern” bei Tom in Halle 1 und Halle 2, die nicht nur einmal an meinen Wünschen und meinem Halbwissen verzweifelt sind. Das nette, kompetente und reisesüchtige Apothekerpärchen, das stundenlang mit mir die Reiseapotheke diskutiert hat. Das Für und Wieder verschiedener Medikamente abgewogen hat, um nun gut ausgerüstet durchstarten zu können. Den Nerds, die in Rekordzeit meine Homepage realisierten und mir die Bedienung bei brachten. Den vielen Leute, die beraten und geholfen haben meine Ausrüstung zu vervollständigen. Egal ob es sich um Ersatzteile oder Werkzeug für das Auto handelt, um eine sinnvolle Fotoausrüstung, die gesamte Computer-Peripherie, notwendige Impfungen sowie Länderinformationen, Reiseliteratur und –karten, und, und ,und.

 

Es waren lange und intensive Vorbereitungen und ich möchte mich auf diesem Weg noch mal ganz herzlich für die Hilfe und die Zeit bei allen Mitwirkenden bedanken!  

 

Natürlich bin ich auch sehr dankbar, dass mein persönliches Umfeld mich auf meinem Weg unterstützt hat und mich immer wieder ermutigt hat, wenn ich alles in Frage stellte. Doch nun freue ich mich riesig auf den Start, auf dass es los geht!

 

Ganz sicher werde ich von Zeit zu Zeit, sofern dazu unterwegs die technischen Voraussetzungen vorhanden sind, auf dieser Seite Reiseberichte und Bilder einstellen. Zuerst geht es zügig durch die Türkei in den Iran. Von dort auf die Arabische Halbinsel und weiter über das Rote Meer auf den Afrikanischen Kontinent. Hier werde ich die Länder an der Ostküste bereisen, mit dem Ziel Südafrika. 

 

Ich reise des Reisens willen und muss keine Wegpunkte abhaken. Es gibt keinen fixen Endzeitpunkt und keine fixe Reiseroute. Mein Credo ist das stressfreie Entdecken von Mensch und Natur und darüber werde ich regelmäßig im Blog berichten. Welchen Weg ich zurück nach Europa wähle, entscheide ich spontan.

 

Ob alles so läuft, oder mich nach sechs Monaten das Heimweh in einen Flieger nach Nürnberg zwingt, bleibt ungewiss. Ihr werdet es erfahren.

 

Euer

Jens Cullmann

juhuuu, heute kam die iranische Referenznummer

Monday, December 1st, 2008

jetzt kann es sich nur um Tage handeln und dann geht es endlich los … mal sehen, was sich die anderen Botschaften noch so ausdenken!